Ein Land, unzählige Dialekte: Das ist die Schweiz

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Kategorie: Kurioses & Spannendes
Veröffentlicht am Donnerstag, 24. Mai 2012 Geschrieben von Franziska Krittl

 

 

Die Schweiz ist bekannt für ihre Sprachvielfalt. Dabei weisen nicht nur die vier Landessprachen – Deutsch, Italienisch, Französisch und Rätoromanisch – auf die sprachliche Vielfältigkeit des Alpenlandes hin. Zur Sprachenvielfalt tragen außerdem die in der Schweiz beheimateten Ausländerinnen und Ausländer bei, deren Muttersprache keine der vier „Schweizersprachen“ ist. Die meisten Schweizer haben nur eine Muttersprache und sprechen zusätzlich noch ein bis zwei weitere Landessprachen. Ebenso sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Schweizerdeutschen Dialekten, die von über 60 Prozent der Bevölkerung gesprochen werden, beeindruckend. So kann es beim Kennenlernen zwischen Zürichern und Bernern schon einmal zu kleinen Missverständnissen kommen. Gerade die anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten können jedoch zu einem einzigartigen und witzigen Erlebnis führen. Auch im deutschsprachigen Ausland werden die Mundarten aufgrund ihres weichen und sympathischen Klangs geschätzt.

 

Große Vielfalt an schweizerdeutschen Mundarten

 

Das Schweizerdeutsch beinhaltet alle alemannischen Dialekte, die in der deutschsprachigen Schweiz gesprochen werden. Insgesamt besteht das deutsch-alemannische Dialektkontinuum aus hunderten von deutschschweizer Mundarten. Diese gliedern sich in drei Kategorien: Das Niederalemannische, das Hochalemannische und das Höchstalemannische. In jedem Kanton weisen die Dialekte bestimmte Eigenheiten und Unterschiede zur Nachbarregion auf. Das kann dazu führen, dass es sogar unter Deutschschweizern zu kleinen Verständigungsschwierigkeiten kommen kann. Um Basel-Stadt wird beispielsweise Baseldeutsch – ein niederalemannischer Dialekt – gesprochen. Typisch für diesen Dialekt ist das anlautende „k“ anstelle des hochalemannischen „ch“. Aus China und Chirurg wird somit schnell Kina und Kirurg. Eine weitere Eigenheit ist die häufig gebrauchte Verkleinerungsform auf „-li“ in der Wortbildung. Diese Besonderheit unterscheidet Schweizerdeutsch von anderen deutschen Dialekten und nicht zuletzt dadurch haben diese Mundarten eine so charmante Wirkung.

 

Grüezi! Sprichst du Schwizerdütsch?

 

In der Schweiz gibt es, anders als in den anderen deutschsprachigen Ländern, einen deutlichen Gegensatz zwischen Dialekt und Standardsprache. Somit ist zwischen ihnen kein gleitender Übergang möglich. Das Schweizer Hochdeutsch wird zwar vorwiegend im Schriftverkehr verwendet, in der privaten schriftlichen Kommunikation ist es jedoch auf dem Rückzug: So werden beispielsweise persönliche SMS oder E-Mails sowie viele Annoncen in Zeitungen im Dialekt verfasst. Auch im Privatradio und -fernsehen wird immer mehr auf Hochdeutsch verzichtet. Obwohl alle Schweizer in der Schule Schriftdeutsch lernen, bevorzugen die meisten den Dialekt in der privaten Kommunikation. Daher ist die offizielle Nationalsprache für viele wie eine Fremdsprache und wird mehr und mehr als Sprache der Distanz verstanden, da sie als schwerfällig und ungelenk empfunden wird. Das hat jedoch den Vorteil, dass ein Aussterben der Schweizer Dialekte sehr unwahrscheinlich ist, denn die Schweizer sind stolz auf ihre einzigartigen Mundarten.

 

Quelle: http://www.edarling.ch

 

 

 

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