Brienzer und Thuner See

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Kategorie: Tourismus
Veröffentlicht am Dienstag, 01. Februar 2011 Geschrieben von Sebastian Schäfer

Schloss OberhofenDie Region um Interlaken gehört aufgrund ihres einzigartigen Bergpanoramas zu den schönsten Gebieten der Alpen. Aber nicht nur der Berge wegen lohnt sich der Urlaub in und um Interlaken. Die beiden Seen bei Interlaken, der Brienzer und der Thuner See, bieten mit ihrer näheren Umgebung weitere interessante Ausflugsziele.

 

Thuner See und Frutigland:

Wie auf jedem größeren See, so kann man auch auf dem von Thun mit dem Schiff fahren. Eine solche Fahrt lohnt sich vor allem bei gutem Wetter und ermöglicht eine etwas andere Sicht auf die Seeufer und die umgebende Bergwelt. Die Bergwelt wurde bereits im Artikel über die Jungfrauregion beschrieben, darum soll diese an dieser Stelle nicht weiter beschrieben werden.

Am Rande des Thuner Sees liegen mehrere kleinere und beschauliche Dörfer. Doch natürlich gibt es auch größere Ortschaften wie beispielsweise Thun. Die 40.000 Einwohner-Stadt am Ausfluss der Aare aus dem See besitzt eine schöne historische Altstadt und ein sehenswertes Schloss, von dessen Turm aus man einen weiten Blick über die Stadt und den See genießen kann.

Neben der namensgebenden Stadt finden sich am Ufer des Thuner Sees noch das Schloss Oberhofen, das viele wohl schon von Bildern kennen dürften, sowie die Beatushöhlen. Die Tropfsteinhöhlen liegen zwischen Thun und Interlaken oberhalb eines Wasserfalls und können mit dem Auto oder dem Bus erreicht werden. Der Eintritt ist mit 17 Franken allerdings recht teuer und das aufgebauschte Programm entpuppt sich bei genauer Betrachtung fast schon als Schwindel. Laut Eintrittskarte ermächtigt der Kauf einer Karte zum Besuch der prähistorischen Siedlung, der Zelle des heiligen Beatus, der Höhle, dem Fabelhäuschen und dem Höhlenmuseum. Ersteres ist eine etwa zwei mal zwei Meter große in den Fels gehauene Öffnung, in der drei Puppen um ein Lagerfeuer hocken, die Beatusklause ist ähnlich, nur dass eben nur eine Puppe darin sitzt, die Höhlen sind ganz nett, aber auch nicht unbedingt die schönsten, das Fabelhäuschen hatte geschlossen, das Höhlenmuseum war aber wirklich ganz interessant.

Vielleicht noch etwas zur Führung: Die ließ etwas zu wünschen übrig, entweder man hat eine Führerin, die viel zu leise spricht, oder, wie eine entgegenkommende Gruppe, eine Ferienjobberin, die nicht gerade den kompetentesten Eindruck machte. Und die Drachenfigur hätte man sich auch sparen können (kurz eine Anmerkung zur Sage: Der heilige Beatus vertrieb einen Drachen aus den Beatushöhlen)

Mehr zu bieten hat da Spiez (das übrigens wie Brienz als Diphtong und nicht als langes i ausgesprochen wird), dessen Schloss direkt am Seeufer liegt.

Bei Spiez zweigt auch die Straße ins Frutigland ab. Mit dem Auto erreicht man ohne Probleme die beiden Talenden, in denen Adelboden, respektive Kandersteg liegen. Adelboden lohnt vor allem wegen der Engstligenalp und deren Fällen, auf die eine Sesselbahn hinaufführt. Kandersteg, der Geburtsort des Alt-Bundespräsidenten Adolf Ogi, ist dagegen als Bahnhof des Lötschbergtunnels und dem Öschinensee bekannt. Um diesen Bergsee kann man gemütlich herumlaufen, darin baden oder darauf Tretboot fahren. Um ihn zu erreichen benötigt man ebenfalls eine Sesselbahn.


Brienzer See und Haslital:

Der östliche der beiden interlakener Seen verläuft bis zum 3000-Seelen-Ort Brienz. Die Ortschaft besitzt eine schöne Lage am See sowie ein schönes Stadtbild. Weitere Dörfer am See wie zum Beispiel Iseltwald bieten nicht mehr allzu viel. Weitaus interessanter ist da schon das Brienzer Rothorn, auf das eine, zugegebenermaßen recht teure, Dampfbahn fährt. Die Aussicht von oben soll grandios sein, bei unserem Besuch zog aber leider alles zu, sodass man keine fünf Meter weit mehr sehen konnte.

Ebenfalls am Ufer des Brienzer Sees finden sich die Gießbachfälle. Mit einer kleinen Standseilbahn gelangt man zum ehemaligen Grand-Hotel und den Wasserfällen, die jedoch nicht mit den anderen Wasserfällen der Region konkurrieren können, denn die Reichenbachfälle bei Meiringen sind zum einen spektakulärer und zum anderen auch noch literaturgeschichtlich von Bedeutung, stürzte hier doch Sherlock Holmes zu Tode (um kurz darauf nach Leserprotesten wieder aufzuerstehen)

Die alte Schweiz auf engem Raum zusammengetragen, gibt’s das? Ja! Im Freilichtmuseum von Ballenberg, ganz in der Nähe von Brienz gelegen, findet der Besucher alte Bauernhäuser, Mühlen und Schober aus allen Teilen der Schweiz. Zudem finden Kinder an vielen Tieren Gefallen und sind wohl auch von einer Sägerei beeindruckt. Filmfans kennen Ballenberg als Kulisse der Schweizer Literaturverfilmung Das Fähnlein der sieben Aufrechten.

Doch begeben wir uns nun lieber wieder in Richtung Meiringen und damit ins Haslital. Neben den Reichenbachfällen gibt es auch noch ein Sherlock Holmes Museum für die Kulturinteressierten, alle die Naturwunder bevorzugen, kommen in der Aareschlucht voll auf ihre Kosten. Tiefe Felseinschnitte, tosende Wassermassen, die sich durch enge Spalte zwängen und direkt am Felsen der Fußgängerweg. Über Planken und Leitern erlebt man die Kraft des Wassers hautnah. Ein Spaziergang (1,4 km hin und die selbe Strecke wieder zurück), den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Ebenfalls interessant ist eine Tour zur Kristallkluft Gerstenegg. Weniger wegen der eher unspektakulären Kristallkluft, aber das sonstige Rahmenprogramm entschädigt dafür umso mehr. Mit dem Kleinbus geht es Richtung Grimsel zum Kraftwerk Oberhasli. Und in eben jenem Kraftwerk erlebt man, wie durchlöchert die Schweizer Alpen sein können: Durch ein Tor geht es ins Bergesinnere und nach einiger Fahrzeit gelangt man in die Turbinenhalle. Beim Ausbau dieses Wasserkraftwerks entdeckt man irgendwann die Kristallkluft, die man sich natürlich auch anschaut, doch viel faszinierender ist die riesige Anlage, die sich, von außen völlig unsichtbar, im Bergesinneren erstreckt. Der Phantasie, was die Schweizer sonst noch Schönes in ihren Bergen verstecken, sind Tür und Tor geöffnet. Nach der Kraftwerksbesichtigung geht es dann noch weiter auf den Grimsel, einen trist wirkenden Pass, der dennoch seinen Reiz besitzt.

Das sind zwar noch bei weitem nicht alle Sehenswürdigkeiten der Gegend, aber dabei möchten wir es an dieser Stelle belassen. Die Region um Interlaken bietet genügend Potential um mehrere Urlaube zu bestreiten und gehört zu den schönsten der Schweiz. Sicherlich, ab dem zweiten Besuch ist ein Auto angebracht, da man dann einfach ein größeres Spektrum erleben kann, doch die Bahnanbindung ist insgesamt äußerst gut ausgebaut (vor allem in der Jungfrauregion). Eine Reise in das Gebiet ist also wärmstens zu empfehlen, die etwas höheren Kosten lohnen sich auf jeden Fall.

 

Weiterführende Links:

BLS - Schifffahrt Berner Oberland
Interlaken Tourismus

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