Verkehrshaus Luzern

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Kategorie: Tourismus
Veröffentlicht am Dienstag, 01. Februar 2011 Geschrieben von Oliver Schäfer

Bei unserem Frühlings-Kurztrip in die Schweiz meinte es Petrus nicht gut mit uns. Als wir in Luzern waren fanden wir also schnell die Antwort auf die Frage, ob wir mit der steilsten Zahnradbahn der Welt auf den Pilatus fahren oder ob wir uns mal das Verkehrshaus genauer ansehen, das über die Schweiz hinaus bekannt ist.

 

Also stiegen wir in den Bus und machten uns auf den Weg. Von der Luzerner Innenstadt gelangt man mit den Linien 6, 8 und 24 in nur zehn Minuten ohne Umsteigen zum Verkehrshaus, mit der gleichnamigen Bushaltestelle. Von März bis Oktober kann man in der selben Zeit auch mit dem Schiff zum Verkehrshaus gelangen. Es regnet, aber es ist unter der Woche und es sind keine Schulferien. Das merkt man. Denn außer uns steigt nur eine Hand voll anderer Personen aus, die sich allesamt in Richtung Verkehrshaus begeben.

 

Was uns an der Kasse erwartet erfreut uns wenig. 24 Schweizer Franken (ca. 15,25 Euro) sollen wir für den Eintritt berappen. Inklusive Besuch des Planetariums – ob man will oder nicht. „Verkehrshaus only“ geht nicht. Rabatte für Schüler, Studenten, etc. sind an der Kasse nicht ausgewiesen, oder so versteckt, dass zumindest wir sie bei unserem Besuch nicht gesehen haben. Zumindest im Internet ist von Rabatten die Rede.

Nun gut, das Wetter ist eh schlecht, außerdem wollten wir das Verkehrshaus schon länger mal besuchen. Zuerst besuchen wir die Halle, die sich dem Thema „Kommunikation“ widmet. Hier findet man viele Experimente und Dinge vor, bei denen man selbst ausprobieren kann, etwa einige Arbeitsplätze mit Telefon, Fax und Computer. Alles funktionstüchtig selbstverständlich. Das gefällt vor allem Kindern. Ein Experiment zum Thema Codierung funktionierte bei unserem Test aber leider nicht korrekt. Aber daran sollten wir uns bei unserem Besuch noch gewöhnen. So ging es zum Beispiel weiter mit einer Ausstellung, die sich mit den Gefahren im Internet befasst. Der Besucher wird informiert und belehrt wie und warum er im Internet auf seine persönlichen Daten achten sollte. Ein durchaus interessantes und auch wichtiges Thema in Zeiten in denen Pishing, Viren und andere Gefahren zunehmen. Am Eingang der Ausstellung kann man sich an einem Automaten kostenlos eine Art Scheckkarte ausgeben lassen, mit der man an einigen Punkten der Ausstellung am Computer selbst aktiv werden kann. Theoretisch zumindest. Denn bei unserem Besuch – wie gesagt an einem publikumsarmen Tag außerhalb der Schulferien – war der Kartenspender leer – und das schon gegen 11 Uhr morgens. Das Verkehrshaus hält es aber wohl nicht für nötig regelmäßig zu kontrollieren, ob sich noch genug Karten im Automaten befinden. An einem solchen Tag ohne großen Publikumsansturm sollte so etwas nicht vorkommen. Zumal die Ausstellung erheblich an Reiz einbüßt, wenn man nicht alle Experimente selbst machen kann.

Also weiter in die nächste Halle. Thema Medien, vor allem das (Schweizer) Fernsehen. Ein sehr interessantes Thema. Hier kann man sich bspw. Ausschnitte aus Schweizer Fernsehklassikern wie dem Teleboy mit Kurt Felix anschauen. Toll ist auch die Imitation eines Fernsehstudios. Beobachtet von zwei Fernsehkameras kann der Besucher vor entsprechender Kulisse und an einem entsprechenden Tisch den Platz eines Nachrichtensprechers einnehmen. Für zwei Franken verspricht ein Automat ein Erinnerungsfoto. Das wäre auch ein nettes Bild für Schweizwochen.de, also investieren wir den genannten Betrag, aber statt einem Foto bekommen wir nur eine Windows-Fehlermeldung mit der Aufforderung das Personal zu rufen. Das ist aber gar nicht so leicht, wenn man Personal nicht von Besucher unterscheiden kann. Denn der zuständige Herr vom Verkehrshaus sitzt in der letzten Ecke der Halle, wo man sich dem Thema Zeitungen widmet. Auch der Mitarbeiter widmet sich diesem Thema und ist in einer Zeitung vertieft. Zu unserem Foto konnte uns der Mitarbeiter nicht helfen, aber nachdem er sich per Handy Unterstützung geholt hat konnte man uns immerhin unsere zwei Franken zurückerstatten.

Am besten gelungen sind die Teile der Ausstellung, die dem Namen Verkehrshaus auch alle Ehre machen. Egal ob Flugzeug-, Eisenbahn- oder Autofan, jeder kommt auf seine Kosten und kann zahlreiche echte Exemplare bestaunen und manchmal sogar einsteigen. Zu bestimmten Uhrzeiten informieren Mitarbeiter des Verkehrshaus über bestimmte Ausstellungsstücke. Zu allen drei Verkehrsmitteln gibt es auch mehrere Simulatoren, die kostenlos genutzt werden können. So kann der Besucher bspw. am Steuer eines Autos Platz nehmen und eine simulierte Fahrt unter Alkohol oder mit sinkender Sehstärke absolvieren. In der Hauptsaison und an Wochenenden dürfte der Andrang auf diese Highlights aber mit Sicherheit erheblich sein.
Im Freien stehen auch einige Flugzeuge und andere Ausstellungsstücke, die wir natürlich auch gerne besichtigt hätten. Da dieser Teil der Ausstellung bei unserem Besuch aber eine Baustelle war, war der Besuch nicht möglich.

Gerne hätten wir Ihnen auch noch vom Planetarium berichtet, dessen Eintritt man ja wie erwähnt mitzahlen muss, egal ob davon Gebrauch macht oder nicht, aber leider ließ es unser Zeitplan nicht zu, auf die nächste Vorstellung zu warten. Der Vollständigkeit halber sollte auch erwähnt werden, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben im Verkehrshaus zu essen, ein Restaurant ist vorhanden. Preise und Auswahl könnten aber besser sein.

Fazit: Das Verkehrshaus in Luzern genießt einen guten Ruf - einen Ruf, bei dem wir uns mehr versprochen haben. Für den, wie wir finden, stolzen Preis sollte man erwarten können, dass die Versuche, Simulatoren, etc. auch größtenteils funktionnieren - aber leider wurde nicht mit Schildern mit der Aufschrift "Ausser Betrieb" gegeizt. Zwar wollen wir nicht das ganze Verkehrshaus schlecht reden, der Besuch hat uns durchaus Spaß gemacht, wohl aber kritisieren wir den Service und das Preisleistungsverhältnis. Ob Ihnen der Besuch den Eintrittspreis Wert ist müssen Sie selbst entscheiden. Die aktuelle Preisliste finden Sie auf der Internetseite des Verkehrshaus:

www.verkehrshaus.ch

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