Mystery Park Interlaken - "Woher stammte dieses Wissen?"

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Kategorie: Tourismus
Veröffentlicht am Dienstag, 01. Februar 2011 Geschrieben von Oliver Schäfer

Seit 2003 war das Berner Oberland um eine Attraktion reicher: Der Mystery Park öffnete seine Pforten für die Besucher. In dem vom nicht unumstrittenen Autor und Ufologen Erich von Däniken ins Leben gerufenen Park wurden dem Besucher, wie es auf der offiziellen Internetseite heißt, die "großen Rätsel dieser Welt" präsentiert. Wir besuchten für Sie den Mystery Park, dessen Geschichte leider nicht sonderlich von Erfolg gekrönt war: Am 19. November 2006 war der Park das letzte Mal geöffnet. Er wurde wegen Konkursgangs geschlossen.

Der Park war von Interlaken aus ohne Probleme zu erreichen. Vom Bahnhof Interlaken Ost aus verkehrte ein kostenloser Shuttlebus halbstündlich ohne Zwischenhalt zum Mystery Park, der etwas außerhalb auf dem Flugplatzgelände liegt. Natürlich gab es auch Parkplätze, diese waren allerdings kostenpflichtig (5 CHF). Wenn es dann an die Kasse, und somit zum Bezahlen der Eintrittspreise ging, musste manch ein Besucher erst mal schlucken. Ein Erwachsener bezahlte stolze 48 CHF Eintritt! Immerhin gab es zahlreiche Rabatte, so erhielten Besitzer der Gästekarte von Interlaken 10% Rabatt, Mitglieder der am "Show your card"-Programm teilnehmenden Automobilclubs (z.B. ADAC und TCS) nebst 10% sogar einen Gastronomiegutschein über 10 CHF und eine Freikarte für den Film "Magical Oberland". Bezahlt werden konnte auch in Euro.
Zusammen mit der Eintrittskarte bekam man auch das sog. "KOSY" ausgehändigt, ein elektronisches Informationssystem in Größe eines Walkmans. Der Besucher konnte aus elf Sprachen auswählen, in denen er die Informationen per Kopfhörer erhielt. Das KOSY stellte sich als äußerst praktisch und zuverlässig heraus. Stand man vor einem Ausstellungsgegenstand ertönte automatisch die entsprechende Beschreibung, ohne dass man selbst etwas am Gerät machen muss.
Beim Eintritt in den Park begrüßte einen das KOSY und wünscht einen schönen und spannenden Tag im Mystery Park. Dass man in dem Park tatsächlich einen ganzen Tag verbringen konnte mag verwundern, ist aber in der Tat der Fall.
Der futuristische Bau gliedert sich in zwei Zonen: den Außenring und das zentrale Gebäude im Inneren samt Aussichtsturm. Dem Außenring sind die Themenpavillons angeschlossen, die Hauptattraktionen des Parks. Fünf von ihnen gibt es, jeder befasste sich mit einem anderen Wunder dieser Welt. Folgende Themenpavillons gab es: Vimana, Orient, Maya, MegaStones, Contac, Nazca, Challenge. Außer MegaStones, das sich mit Stonehenge befasst, fand man in allen Pavillons eigentlich unterschiedlich aufwändige und technisch ausgestattete Kinos, bei MegaStones bekam der Gast eine Lasershow präsentiert. Auch bei den Filmen hörte man die Sprache automatisch aus dem "KOSY", sodass jeder Besucher in seiner eigenen Sprache die Filme sehen konnte. Die inhaltliche Qualität der Filme schwankte aber enorm. Zwar waren die Shows allesamt kurzweilig, boten aber selten tiefergehende Informationen, was bei einer Spieldauer von ca. einer viertel Stunde je Film auch kaum anders möglich ist. Das Fehlen an Informationen wurde durch die technisch aufwändige Inszenierung in den Hintergrund gedrängt. Zwar schaffte es der Park durchaus dem Besucher Respekt vor den früheren Kulturen und ihrem Können aufkommen zu lassen, aber wenn dies in einer Show bspw. dadurch erklärt wird - eine "wahre Geschichte" wie betont wird - dass damals ein Mensch von Außerirdischen entführt wurde und in Architektur ausgebildet wurde um dieses Wissen dann auf der Erde zu nutzen, dann beginnt spätestens auch der leichtgläubige Gast an der Seriosität manch einer Information zu zweifeln. Aber auch wo nicht direkt von Außerirdischen die Rede war, wurde dem Gast klar, dass der Park stets versucht die Rätsel mit diesen zu erklären. Einer der häufigsten Sätze, den man durch das KOSY hörte war die rhetorische Frage "Woher stammte dieses Wissen?". Als Antwort wurde zwar nicht direkt, aber zwischen den Zeilen immer eine außerirdische Macht genannt. Das vermag in einem Däniken-Park aber nicht weiter verwundern.
Fast alle Pavillons besaßen zudem sog. Side-Shows, deren Eintritt nicht an eine bestimmte Zeit gebunden war. In diesen gab es zusätzliche Informationen zu dem jeweiligen Thema in denen auch Exponate u.Ä. gezeigt wurden.
Sicherlich lohnte an Sonnentagen auch ein Besuch der Aussichtskugel im Parkinneren, wir hatten bei unserem Besuch wetterbedingt aber nicht wirklich eine Aussicht. Aber der innere Parkteil besaß ja noch andere Dinge, so z.B. ein Restaurant in dem man bei humanen Preisen die angesprochenen Gastronomiegutscheine einsetzen konnte. Auch fand man hier in allen möglichen Shops von Glückssteinen bis Aura-Fotos wohl alles was das Esoterik-Herz begehrt.

Die Frage, ob sich der Besuch in Anbetracht der nicht gerade niedrigen Eintrittspreise lohnt, stellt sich aufgrund der Schließung des Parkes zwar nicht mehr, trotzdem soll diese Frage nicht beantwortet bleiben. Nun, wir haben unseren Besuch nicht bereut und hätten nie und nimmer gedacht, dass der Besuch im Mystery Park tatsächlich ein tagesfüllendes Programm war. Was das Niveau der Main-Shows angeht, durfte man allerdings wie beschrieben keine allzu hohen Erwartungen haben. Für meinen Geschmack war der Park zu ufologisch, esoterisch und astrologisch angehaucht und ging zu wenig in die Tiefe. Aber auch wenn man, wie wir, mit alledem nicht viel am Hut hat, lohnte der Besuch allemal.

Eine Wiedereröffnung des Parks wäre theoretisch möglich, wenn sich ein Investor finden würde, der den gesamten Park aus der Konkursmasse kaufen würde.

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