Sternstunde Kunst: Benda Bilili!

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Kategorie: Vorschau
Veröffentlicht am Montag, 21. Mai 2012 Geschrieben von Oliver Schäfer

ein Film von: Renaud Barret, Florent de la Tullaye
Produktionsland, -jahr: Frankreich, 2010
Sprache: Französisch mit deutschen Untertiteln
Ausstrahlung: Pfingsmontag, 28. Mai 2012, 10.30 Uhr, SF 1

Die kongolesische Behindertenband 'Staff Benda Bilili' (©SRF)Staff Benda Bilili sind nicht gerade eine Band, wie man sie von VIVA oder aus der Bravo kennt. Die Musiker sind keine millionenschweren Rockstars, sondern körperbehinderte Obdachlose im Kongo, deren Proberaum kein Hobbykeller, sondern der Zoo von Kinshasaim Kongo. Das ist das Szenario, das der Zuschauer zu Beginn des französischen Dokumentarfilms Benda Bilili! zu sehen bekommt.
Die Filmemacher Renaud Barret und Florent de la Tullaye lernt die Musiker bei einem anderen Projekt kennen und sind von Beginn an von den Musikern mit Handicap fasziniert. Sie begleiten die Band in den kommenden Jahren. Sie zeigen wie schwer das Leben auf der Straße ist, wo jener als reicht gilt, der eine Matratze sein Eigen nennt. Sie schlafen auf Kartons und singen davon. Ihre Texte entstammen aus ihrem Leben, sie sind ehrlich, dadurch aber auch nicht immer fröhlich. Trotzdem ist man fasziniert wie viel Optimismus die Band aussstrahlt. Als ihr Behindertenzentrum abbrennt sieht es dabei erstmal nicht nach einem positiven Ende aus. Die Band löst sich auf und die Mitglieder gehen ihre eigenen Wege. Ihr Treffpunkt fehlt genauso wie ihr Zufluchtsort. Und doch geht es weiter. Nicht zuletzt durch den Einsatz der Filmemacher kommt die Band doch noch zu ihrer ersten CD und wird nach Europa eingeladen und tritt umjubelt vor großen Menschenmengen auf.

Der Dokumentarfilm schafft es eindrücklich dem Zuschauer einen Eindruck vom Leben der Bandmitglieder und der Entwicklung der Band zu vermitteln. Von den Schwierigkeiten vom Leben auf der Straße im Kongo, erst Recht als Mensch mit Behinderung, ohne dabei aber mitleiderregend zu wirken. Vielmehr wird der Zuschauer vom (Zweck-)Optimismus der Band angesteckt und von den Rhrythem ihrer Musik mitgerissen. Dabei sind ihre Mittel überschaubar: in selbstgebauten Rollstühlen und mit teils selbstgebauten Instrumenten auf der Straße. Staff Benda Bilili haben es geschafft durch ihre Musik aus der Obdachlosigkeit zu entkommen. Bedrückend ist lediglich die Erkenntnis, dass ihr Erfolg dem Engagement der Filmemacher Barret und de la Tullaye geschuldet ist und andere Menschen im Kongo in änhlichen Situationen eine solche Chance nicht erhalten.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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