«Rousseaus Kinder – Ein Reality-Check in Alaskas Wildnis»

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Kategorie: Vorschau
Veröffentlicht am Sonntag, 03. Juni 2012 Geschrieben von Oliver Schäfer

ein Film von: Monika Schärer
Produktionsland, -jahr: Schweiz, 2012
Genre: Dokumentation
Ausstrahlung: Mittwoch, 6. Juni 2012, 22.55 Uhr, SF 1, sowie am Freitag, 10. Juni 2012, 11.55 Uhr auf SF 1 in "Sternstunde Kunst"

Holzhaus am Rande der Kachemak Bay: Hier wohnte die zehnköpfige Familie Kilcher. (©SRF/ Richard Grell)Ruth und Yule Kilchner aus der Schweiz hatten einen gemeinsamen Traum vom Leben fernab von Einflüssen der Zivilisation. Verwirklichen konnten sie diese Vision in der Einöde Alaskas. Damit hatten Ruth und Yule Kilchner praktisch die gleichen Ziele und Gedanken wie Jean-Jacques Rousseau, jedoch rund 200 Jahre später zu Beginn der 1940er Jahre.

Ruth und Yule Kilchner zogen in einer von Pelzjägern verlassenen Hütte acht Kinder groß. Während andere Kinder in ihrem Alter spielen konnten, mussten die Kilchner-Kinder schon in jungen Jahren anpacken und auf dem Hof mitarbeiten, um über die Runden zu kommen. Rousseau war der Ansicht, dass man nur im Leben in der Natur, fernab der Zivilistation glücklich werden könne. Monika Schärer lässt in ihrem Film die Kinder zu Wort kommen um den Reality-Check zu machen: Hatte Rousseau Recht?

Der Film besteht im Wesentlichen aus drei Elementen: selbstgemachte Filmaufnahmen des Vaters, der das Leben der Familie in den ersten Jahren zeigt. Das größte Gewicht haben aber die Berichte und Erzählungen der Kinder, die heute mittlerweile Senioren geworden sind. Der Zuschauer bekommt so ein lebhaftes Bild vor Augen, was für eine Kindheit die Kilchner-Kinder verbracht haben und erfährt, wie unterschiedlich das Leben in der Natur die Kinder geprägt hat. Passend zu den jeweiligen Erinnerungen und Berichten der Kinder werden als drittes Element passende Zitate aus Werken Rousseaus eingeflochten, die die Parallelen zwischen Rousseau und Yule Kilchner aufzeigen.

Atz, Mairiis, Sunrise, Otto, Fay und Catkin Kilcher vor dem Holzhaus ihrer Eltern. (©SRF/ Richard Grell)Monika Schärer schafft es mit ihrem knapp einstündigen Film sich in die Kindheit der Kilchner-Kinder hineinzufühlen und vermittelt, ohne die Lebensform zu bewerten, einen lebendigen und spannenden Einblick in das Leben in der Natur Alaskas, frei nach den Idealen Rousseaus.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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