«Helveticus» (Serie)

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Kategorie: Vorschau
Veröffentlicht am Sonntag, 10. November 2013 Geschrieben von Markus Sebastian Schäfer

Helveticus (©SRF)Kürzlich hat das Schweizer Fernsehen begonnen, mit „Helveticus“ sein neuestes Lernprogramm für Kinder auszustrahlen. Die Sendung richtet sich primär an Vor- und Grundschulkinder und soll diesen die schweizerische Geschichte näher bringen.

 

Die Serie setzt hierbei auf eine Art „Es war einmal der Mensch“ im Sandmännchenformat. In 26 jeweils vier Minuten langen Episoden werden wichtige historische Begebenheiten, aber auch Sagen und Mythen unter die Lupe genommen und kindgerecht aufgearbeitet. Jede der einzelnen Episoden beginnt mit einem 30-sekündigen Vorspann, in dem man eine normale Schweizer Familie auf einer durch Kleiderwechsel angedeuteten Zeitreise begleitet. Angefangen von den steinzeitlichen Pfahlbauern mit ihren Fellumhängen über das Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Am Ende des Vorspannes wird dann jeweils auf einer Schweizkarte Ort und Zeit des Geschehens markiert.

 

Das Erscheinungsbild der Serie ist dabei erfrischend altmodisch. Im Gegensatz zu manch anderer moderner Produktion, die vollkommen überladen wirkt, hat man sich hier der alten Zeichentrickschule bedient. Die Hintergründe sind starr, die Figuren recht grob skizziert und dennoch – oder gerade deswegen – macht es Spaß, die Folgen anzuschauen. Das wird auch durch den Erzähler begünstigt, der mit Schweizer Dialekt die Geschehnisse erzählt. Äußerst lobenswert ist hierbei, dass die Sprache zwar kindgerecht einfach, aber nicht kindisch ausgefallen ist.

 

Natürlich ist es klar, dass in der Kürze der Zeit, die inhaltliche Tiefe nicht sonderlich groß sein kann, doch als Anregung für die Kleinen ist hier sicherlich einiges Möglich. Nicht umsonst bietet das Schweizer Fernsehen auf seiner Homepage noch zusätzliches Material an, mit dem man das Gesehene vertiefen kann, so dass man die Folgen auch im Schulunterricht oder naheliegender für Gespräche in der Familie nutzen kann. Und dass dies durchaus notwendig ist, kann man ja in regelmäßigen Abständen „bewundern“, wenn bei uns in Deutschland Gymnasiasten die ehemalige deutsche Teilung in Nord und Süd vornehmen. Ein Grundverständnis der eigenen Geschichte gehört einfach dazu wenn man verstehen will, warum man heute die Nation ist, die man ist.

 

Die sieben mir vorliegenden Folgen schaffen hierbei sicherlich einen Anreiz, sich mit der Geschichte der Eidgenossenschaft zu befassen. Seien es die Konfessionskämpfe, die napoleonischen Wirren oder die Einführung des Frauenwahlrechts. Jedes dieser unterschiedlichen Themen wird den Kleinen Zusehern anhand einer Beispielfamilie nähergebracht, was zwar nicht unbedingt zu 100% den realen Gegebenheiten entsprechen muss, die Geschichte aber natürlich deutlich begreifbarer macht. Und daraus dass Ersteres nicht zutrifft, macht die Serie auch keinen Hehl, denn wie heißt es so schön am Ende einer jeden Folge: „Vielleicht ist nicht alles genau so passiert, aber…“

 

Alles in allem ist dem Schweizer Fernsehen eine durchaus gelungene Serie geglückt und man darf gespannt sein, ob es zu einer Fortsetzung kommt, genügend Material hätte die Schweizer Geschichte ja zu bieten.

Ausstrahlung: Montag, 4. November, bis Freitag, 29. November 2013, 09.00 und 17.30 Uhr, SRF 1

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