«Der Bestatter» (Serie)

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Kategorie: Vorschau
Veröffentlicht am Samstag, 04. Januar 2014 Geschrieben von Markus Sebastian Schäfer

© SRF/Sava HlavacekNach der ersten Staffel einer Serie gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Zuschauerzuspruch war so gering, dass die Serie sang- und klanglos zu Grabe getragen wird, oder aber die Quote stimmte und es geht in die Verlängerung.  Dem „Bestatter“ blieb, trotz des passenden Namens, ersteres Schicksal erspart. Die vierteilige Miniserie um den von Mike Müller gespielten Totengräber Luc Conrad kehrt also als neuer Sechsteiler auf den Bildschirm zurück. Ob sich das Zuschauen lohnt, konnte schweizwochen.de vorab schon unter die Lupe nehmen.

Einiges ist beim Alten geblieben. Wie auch in der ersten Staffel beginnt jede Folge mit einem Todesfall, zu dem Luc Conrad zum Abtransport der Leiche gerufen wird. Wieder dabei sind auch Conrads Gothic-Praktikant Fabio, seine Assistentin Erika, das Ermittlerduo bestehend aus Polizeihauptkommissarin Anna-Maria Giovanoli und Reto Dörig und natürlich der mit Wiener Schmäh parlierende Pathologe Semmelweis.

Wie gewohnt kann sich der ehemalige Hauptkommissar nicht ganz aus den Ermittlungen seiner Exkollegen heraushalten und forscht in seiner stillen, etwas eigenbrötlerischen Art munter selbst drauf los. Das Zusammenspiel mit seiner Polizeinachfolgerin und ehemaligen Lebensgefährtin Anna-Maria funktioniert dabei sehr gut und wirkt nicht zu aufgesetzt, so dass die hier oftmals vorgebrachten Kritikpunkte aus der ersten Staffel ausgemerzt wurden. Ein großes Lob hier auch an Mike Müller, der erneut zeigt, dass er auch ernste Rollen bestens meistert, und Barbara Terpoorten. Für Spannungen zwischen den einzelnen Personen wird aber dennoch ausreichend gesorgt, denn direkt in der ersten Folge, in der es um Organhandel geht, wird mit Pedro Lambert ein Bundespolizist aus der Romandie eingeführt, der sowohl beruflich als auch privat immer wieder aneckt. Der vom ehemaligen Rapper Carlos Leal gespielte Lambert agiert äußerst forsch, hält seine Kantonskollegen für Dorftrottel und fühlt sich zudem mehr und mehr zu seiner Kollegin Anna-Maria hingezogen.

Für dicke Luft im Revier ist also gesorgt, für die kriminalistische Spannung sorgen neben dem Organhandelfall, der sich durch die ganze Serie zieht, die jeweiligen „kleinen“ Morde. Und gerade hier hat die Serie eine ihrer größten Stärken. Der Aufbau der düsteren Atmosphäre gelingt ausgezeichnet. Neben den ohnehin nicht gerade farbenfrohen Bildern erzeugt vor Allem die nahezu vollständig fehlende Hintergrundmusik eine oftmals beklemmende Aura. Wenn man maximal ein vollkommen in den Hintergrund gemischtes Klimpern hört, wirken alle anderen Geräusche umso lauter und eindringlicher. Alles in Allem ist die Fortsetzung also gelungen. Wer eine ruhige, nicht nach den großen visuellen Effekten schielende Krimiserie anschauen möchte, sondern eher einem kauzigen Einzelgänger in bester Columbo-Tradition bei der Lösung des Falles zuschauen möchte, der sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.

Ob Pedro Lambert seinen bislang größten Fall löst, wie es mit Luc und seinem Praktikanten weitergeht und wer am Ende mit wem zusammenkommt, das kann man sich ab kommendem Dienstag (07.01.2014) um 20:05 Uhr auf SRF1 anschauen.

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