Tatort: Zwischen den Welten

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Kategorie: Vorschau
Veröffentlicht am Montag, 21. April 2014 Geschrieben von Markus Sebastian Schäfer

 

Als die Kommissare Flückiger und Ritschard zu den Bahngleisen gerufen werden, ahnen sie wohl noch nicht, welch komplizierten Familienbeziehungen entworren werden müssen und auf welche Art und Weise Michael Schaerer in seiner ersten Tatort-Regie ihren gesunden Menschenverstand auf die Probe stellen wird. Neben den Gleisen liegt die alleinerziehende Donna Müller. Was auf den ersten Blick als Selbstmord durchgehen könnte, erweist sich schnell als Gewaltverbrechen. Doch um dem Täter auf die Schliche zu kommen, müssen sich die beiden Kommissare zunächst durch ein Dickicht an familiären Problemen kämpfen.

 

Zum einen gibt es da die drei Kinder, die der Tod der Mutter entsprechend mitgenommen hat. Um die Ausgangslage entsprechend interessant und undurchsichtig zu gestalten, gibt es auch noch zu jedem der Kinder einen Vater, der auf die ein oder andere Art im Disput mit der Getöteten stand. Soweit so gut, das Szenario einer „Patchworkfamilie“ im familiären Spannungsfeld, hätte ausreichend Platz für eine interessante Handlung mit Wendungen und Tiefgang gegeben, doch leider gibt sich Schaerer damit nicht zufrieden. So wird neben eher unpassend wirkenden Kleinepisoden aus dem Leben der Kommissare auch noch eine spirituelle Ebene eingeführt, bei der Pablo Guggisberg als Medium mit dem Totenreich fungiert. Abgesehen davon, dass es dieser „zweiten Welt“ überhaupt nicht bedurft hätte, stört vor allem, dass die Fähigkeiten dieses Mediums in keinster Weise hinterfragt und als gegeben akzeptiert werden. Wenn ein Mann die genauen Todesumstände benennen kann, die Kommissare aber nicht einmal daran denken, er könne am Tatort gewesen sein, oder auf andere Weise mit Täter oder Opfer verbunden sein, bleibt zumindest ein schaler Beigeschmack zurück.

 

Zwischen zwei Welten – der Name ist im Nachhinein betrachtet ziemlich passend. Denn so genau entscheiden, ob der Film nun soziale Familienstudie, oder übernatürliches Happening sein soll, konnte sich Schaerer wohl nicht. So bleibt am Ende ein Krimi, der zwar nett anzuschauen ist, aber sein Potential bei Weitem nicht ausschöpft.

 

Der Film wird am Ostermontag erstmalig ausgestrahlt.

 

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