5GEGEN5

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Kategorie: Sendungen
Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2011 Geschrieben von Oliver Schäfer

Moderator Sven Epiney ( Foto:© SF / Oscar Alessio)Über viele Jahre präsentierte Werner Schulze-Erdel in Deutschland das Familienduell, ein Quiz bei dem zwei Familien gegeneinander antraten und um 5.000 Euro spielten - keine schlechte Summe für den Sendeplatz, morgens um elf. Wer fünf mal dabei war konnte vielleicht sogar 50.000 Euro mit nach Hause nehmen. In der Schweiz werden kleinere Brötchen gebacken, aber von vorne.

Genre: Quiz

Prinzip der Sendung:

Anders als im deutschen Format treten in der Schweiz nicht zwangsläufig Familien gegeneinander an, sondern einfach Teams aus fünf Personen, egal wie diese zusammengehören. Das Grundprinzip der Sendung ist schnell erklärt. Die Fragen sind allesamt nach folgendem Prinzip aufgebaut: "100 Schweizerinnen und Schweizer haben wir gefragt: »Nennen Sie...«". Punkte gibt es nicht (zwingend) für richtige Antworten, sondern für die Antworten, die von den 100 Befragten genannt wurden. Es ist also durchaus möglich, dass ein Kandidat mit einer richtigen Antwort leer ausgeht, während das andere Team mit einer falschen Antwort punktet, wenn diese von den Befragten genannt wurde. Umso mehr Leute die entsprechende Antwort gegeben haben, umso mehr Punkte gibt es.
Im Detail soll der Spielverlauf an dieser Stelle nicht erklärt werden, aber in Kurzform sei gesagt: Jede Runde besteht aus einer Frage. Diese wird zuerst an zwei Kandidaten, je einer pro Team, gestellt. Wer zuerst den Buzzer betätigt darf antworten. Nennt der Kandidat nicht die Top-Antwort, darf sein Gegenüber versuchen, eine bessere Antwort zu geben. Wer die Antwort mit den meisten Nennungen nennt, dessen Team darf nun versuchen die restlichen Antworten herauszufinden. Gelingt dies trotz dreier erlaubter Fehlantworten nicht, hat das andere Team mit einer richtigen Antwort die Möglichkeit die Punkte dieser Runde zu "stehlen".
Das Team das dann, am Ende von Runde drei, die meisten Punkte erspielt hat, gewinnt, ist für die nächste Sendung als Titelverteidiger gesetzt und hat obendrein noch die Chance im Finale 3.000 Franken zu gewinnen - wer im fünften Mal in Folge dabei ist spielt sogar um 30.000 Franken. Leider nicht pro Kopf, sondern nur fürs Team.
Im Finale spielen nur zwei Kandidaten des Gewinnerteams. Einer davon geht hinter die Bühne in die schalldichte Kabine, während der erste Kandidat Fragen beantworten muss und zwar fünf Stück an der Zahl, für die er 20 Sekunden Zeit hat. Danach wird verglichen, wie viele der 100 Befragten die gleichen Antworten gegeben haben - für jede Übereinstimmung gibt es einen Punkt.
Danach ist der zweite Kandidat an der Reihe, dieser hat fünf Sekunden mehr Zeit, darf aber nicht die gleichen Antworten geben wie der erste Kandidat. Mit dessen Antworten wird gleich verfahren - wenn beide am Ende zusammen 200 Punkte erspielt haben, gewinnt das Team 3000 Schweizer Franken. Ist das Team schon das fünfte Mal dabei, dann winkt sogar der Hauptgewinn von 30.000 Franken (abzüglich eventueller Gewinne aus den vier vorhergehenden Sendungen). Ein Team, das fünf Mal dabei war, scheidet auch im Falle eines Gewinnes aus.
Das Format stammt aus den USA und ist dort unter dem Namen Family Feud auf Sendung (moderiert von Richard Karn, bekannt als Al Borland aus der Sitcom Hör mal wer da hämmert).

 

Moderation:

Die Schweizer Fassung wird von Sven Epiney moderiert, den Fernsehzuschauer aus Sendungen wie Blockbusters, Eiger, Mönch & Kunz, Al Dente oder der VIParade kennen. Filmfreunde konnten den 1972 im Wallis geborenen Epiney auch schon auf der Kinoleinwand sehen. Er spielte eine Nebenrolle in der Mundartverfilmung von Gottfried Kellers Das Fähnlein der sieben Aufrechten. 2003 wurde Epiney mit dem Prix Walo in der Kategorie Publikumsliebling ausgezeichnet. Seit 1993 arbeitet Epiney beim Schweizer Fernsehen.

 

Bewertung:

5gegen5 nutzt nicht nur das identische Spielprinzip wie das deutsche Familienduell, es kann sich qualitativ durchaus auf der gleichen Ebene behaupten. Ob es aber an den Erfolg des deutschen Formates anknüpfen kann wird sich zeigen.
Der Reiz der Sendung ist nicht, das eigene Wissen kontrollieren zu können, schließlich geht es nicht zwingend darum richtige Antworten zu finden, sondern die genannten Antworten. Und nicht zuletzt kommt es immer wieder zu recht amüsanten Antworten der Kandidaten, einige Beispiele sind auf der Homepage der Sendung (s.u.) zu finden. Und der deutsche Zuschauer lernt bei 5GEGEN5 obendrein noch Wörter der schweizerdeutschen Hochsprache.

 

Sendetermine & Tickets:

Die Sendung wird von Montag bis Freitag täglich um 18.15 Uhr auf SF1 ausgestrahlt. Aufgezeichnet wird in Zürich. Tickets können telefonisch unter der Nummer +41 (0)44 720 20 70 oder hier kostenlos bestellt werden.

 

Blick hinter die Kulissen

im Studio von 5gegen5Wir von Schweizwochen.de haben es uns nicht nehmen lassen, einmal ein wenig hinter die Kulissen zu schauen, indem wir uns eine Aufzeichnung der Sendung live im Studio angeschaut haben. Doch bevor wir nach Zürich fahren konnten, mussten wir uns natürlich Eintrittskarten besorgen. Wir entschieden uns für ein Aufzeichnungsdatum ca. zwei bis drei Monate später und füllten das Bestellformular auf der offiziellen Internetseite der Sendung (s.u.) aus. Die Zeit verstrich und es tat sich nichts. Drei Wochen vor Aufzeichnung erkundigten wir uns daher per E-Mail, ob bei der Bestellung alles funktionniert hat. Wenig später erhielten wir einen Anruf von der Agentur, die für die Kartenverteilung zuständig ist, und bekamen bestätigt, dass wir auf der Liste stehen und die Karten noch kommen müssten. Doch wieder verstrich die Zeit. Es war mittlerweile der Samstag vor dem Dienstag der Aufzeichnung - und siehe da: die Karten kamen doch noch. Bei der Geschwindigkeit der Briefzustellung von der Schweiz nach Deutschland hätte das aber auch schief gehen können... Aber wie man uns versicherte hätten wir auch ohne Eintrittskarte die Sendung besuchen können, schließlich standen wir auf der Liste.
Ortswechsel: wir sind in Zürich. Deutlich zu früh machen wir uns auf den Weg Richtung Fernsehstudio. Vom Hauptbahnhof braucht man ca. 40 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Erfreulicherweise bekommt man mit den Eintrittskarten aber eine Anfahrtsbeschreibung mit welchen Linien man fahren muss. Beim Schweizer Fernsehen angekommen stellen wir fest, dass nicht nur wir zu früh da sind. Alle schon Anwesenden sind sich einig: "Lieber zu früh als zu spät". Die Mitarbeiterinnen vom Fernsehen sind das offenbar gewohnt und wir werden freundlich empfangen. Nach kurzer Wartezeit werden wir in die Lounge gebeten, wo es kostenlose Getränke und Knabbereien gibt. Jeder Besucher bekommt noch einen "Ausweis" mit der Aufschrift "Sendung / Führung: 5GEGEN5" und dem Datum und dann geht es ab ins Studio. Bei zwei Aufzeichnungen werden wir dabei sein, am selben Tag wurden zuvor schon drei Folgen aufgezeichnet. Mehrere Wochen hintereinander werden so täglich fünf Folgen aufgezeichnet, welche dann über Monate ausgestrahlt werden. Fünf am Tag mag nach viel klingen, aber das hat durchaus einen Sinn, so muss sich jedes Team nur zwei Tage Urlaub nehmen, denn mehr als fünf Mal kann man schließlich nicht dabei sein.
Wie immer vor Fernsehsendungen mit Publikum wird selbiges vor der Aufzeichnung eingestimmt und bekommt u.a. erklärt wann es klatschen soll. Mit den üblichen Tricks werden die Zuschauer im Studio eingepeitscht und zur Sicherheit werden schon vor der Sendung ein paar Applause geprobt. Und noch etwas dürfte dem Besucher, der schon bei anderen TV-Aufzeichnungen dabei war, bekannt vorkommen: das Studio wirkt im Fernseher viel größer und das Publikum zahlreicher.
Dann erscheint Moderator Sven Epiney, wechselt ein paar Worte mit den beiden Teams, verschwindet wieder hinter der Kulisse und die Sendung beginnt. Geschnitten wird erstaunlich wenig, wenn alles glatt läuft gibt es nur eine planmäßige Unterbrechung vor dem Finale. Dann nämlich wird eine der vier Kameras abgebaut und hinter die Kulisse gebracht, wo eine Klappe aufgeht und die Kamera dann in die Gegenrichtung filmt. Während dieser Umgbau geschieht verabschiedet sich Sven Epiney vom Verliererteam und es gibt noch ein Erinnerungsfoto für das Team.
Zwischen den beiden Sendungen gibt es zwanzig Minuten Pause, die Zuschauer werden wieder in die Lounge geführt, während sich Moderator und Gewinnerteam umziehen, schließlich sollen die Zuschauer den Eindruck bekommen, die nächste Folge sei am nächsten Tag aufgezeichnet. Dann geht es wieder ins Studio, wo das Publikum dieses Mal andere Plätze einnehmen soll, sonst könnte ja einem aufmerksamen Zuschauer vor dem Fernseher auffallen, dass da wieder die gleichen Menschen im Publikum sitzen. Die zweite Sendung ist vorbei, aber für das Studiopublikum bleiben noch ein paar Minuten. Sven Epiney steht bereit für Fragen aus dem Publikum.  Und zu guter Letzt nimmt sich Sven Epiney noch für jeden Fan die Zeit, der ein Autogramm möchte.

Fazit:
Wer Zeit und Lust hat, sollte nicht verpassen einmal eine Aufzeichnung im Studio mitzuverfolgen. Schließlich ist es zum einen kostenlos und zum anderen eine sehr spannende Angelegenheit. Die Atmosphäre ist eine ganz andere, wenn man die Sendung live im Studio sieht und nicht wie sonst vor dem Fernseher. Außerdem sieht man ein wenig hinter die Kulissen und bemerkt, welch ein Aufwand eine solche Sendung doch macht, denn selbst für eine technisch recht einfache Sendung wie 5GEGEN5 sind 40 Personen nötig.

 

Links zum Thema:

http://www.5gegen5.sf.tv - die offizielle Site zur Sendung
http://www-internet.sf.tv/games/5gegen5/ - Online-Game zur Sendung
http://www.svenepiney.ch - die offizielle Homepage von Sven Epiney

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