Fertig Lustig

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Kategorie: Sendungen
Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2011 Geschrieben von Oliver Schäfer

Fertig LustigNach Fascht e Familie ist dem Schweizer Fernsehen eine weitere Kultsitcom gelungen, nicht zuletzt dank der teils genialen Drehbücher von Rolf Polier und Charles Lewinsky.

Format: Sitcom

Die Charaktere:

Max Brugger (Urs Bosshardt):

Als Max seinen Job als Manager in einer Keksfirma verliert, findet er sich plötzlich in der ungewohnten Rolle als Hausmann wieder, der die Familie "managt". Dazu hält ihn noch seine pubertierende Tochter Kathrin auf Trab. Aber damit ist noch nicht Schluss: Außerdem wohnt noch Erich, der Bruder seiner Frau Angela, mit im Haus. Hinzu kommt noch Angelas Chefin Eliane, die Max jedes Mal wissen lässt, dass sie nicht viel von ihm (und Männern im Allgemeinen) hält.

Angela Brugger (Regula Imboden):

Zur gleichen Zeit wie Max seinen Job als Manager verliert, findet Angela eine Stelle als Sekretärin in einer Modeboutique. Ihre Chefin Eliane ist gleichzeitig auch die Nachbarin der Bruggers, zum Missgefallen von Max.

Kathrin Brugger (Anna Gemsch):

Die 14-jährige Kathrin ist wohl eine typische Pubertierende. Deshalb sind Streitigkeiten mit ihrem Vater vorprogrammiert. Vor allem wenn es um Kathrins Passion, das Töff, geht, sind Vater und Tochter selten einer Meinung.

Erich Trunniger (Erich Vock):

Der filmverrückte Erich Trunniger ist Angelas Bruder und temporärer Untermieter bei den Bruggers. Erichs Traum ist eine eigene Videothek, den er sich im Laufe der Serie erfüllen kann. Er schwärmt für Angelas Chefin Eliane, kann bei ihr aber nicht landen, was ihn nicht davon abhält immer weiter zu baggern. Aber das hellste Köpchen ist Erich eh nicht unbedingt...

Eliane Bissiger (Caroline Rasser):

Angelas Chefin und Nachbarin Eliane hat eine Abneigung gegenüber Männern, insbesondere gegenüber Angelas Mann Max. Sie ist Inhaberin einer Boutique und stets für einen Streit gut.

 

Kritik:

Fertig Lustig kann ohne Mühe mit dem Quasi-Vorgänger Fascht e Familie mithalten. Mit Erich Vock (in Deutschland bekannt aus der Ricola-Werbung) findet sich auch in diesem Ensemble ein großer Name, der in seiner Rolle als Erich Trunniger zwar eine für ihn typische Rolle spielt, diese aber blendend. Aber auch die Leistung von Anna Gemsch, die mit ihren 15 Jahren (zur Zeit des Drehs) zuvor noch nie auf der Bühne stand, ist tadellos. Das Talent scheint in der Familie zu liegen, denn ihre Mutter ist keine geringere als Lüthi und Blanc-Darstellerin Esther Gemsch.
Mit dem Mann als Hausfrau und der Frau als Ernährerin der Familie hat Polier, der Erfinder der Serie, ein interessantes Setting erschaffen, das wohl noch für weitere Staffeln genug Stoff geboten hätte. Mal dreht sich alles um die pupertierende Kathrin, in der nächsten Folge um Elianes Boutique, dann wieder mehr um Erich... genretypisch werden immer wieder die gleichen Motive für die Handlung aufgegriffen, was aber ja gerade den Reiz von Sitcoms ausmacht. Zwar haben die Figuren keine so extremen Macken wie die in Fascht e Familie, trotzdem hat es Polier geschafft überdrehte Rollen zu erschaffen, allen voran die des Erich Trunnigers. Auch Fertig Lustig kommt mit wenigen Kulissen aus, was vermutlich nicht zuletzt am Budget des Schweizer Fernsehens liegt, was der Unterhaltung aber nicht schadet. Der Großteil der Handlung spielt sich in der Küche und im Wohnzimmer ab. Später in der Serie kamen aber auch noch die Boutique und Erichs Videothek als Kulissen hinzu.
Fertig Lustig wurde vor Publikum gedreht, im Gegensatz zu manchen anderen Genrevertretern handelt es sich also echte Lacher, die zu hören sind. Ein Genuss, in den deutschsprachige Sitcomzuschauer selten kommen, denn in synchronisierten Sitcoms sind auch die Lacher nicht mehr echt... Ob man den Unterschied merkt muss wohl jeder für sich entscheiden.
Fazit: Fertig Lustig ist nach Fascht e Familie die beste Schweizer Sitcom und auf jeden Fall einen Blick wert. Es ist bedauerlich, dass es keine neuen Folgen mehr gibt, aber erfreulicherweise wiederholt SF 1 immer wieder die komplette Serie.


Die Zukunft von "Fertig Lustig"

Die Folgen der drei Staffeln wurden zwischen 2000 und 2002 abgedreht. Neue Folgen werden nicht produziert. Produzent der Serie war die Firma Laughtrack AG, über deren weitere Existenz wir keine Informationen gefunden haben. Bisher wurde Fertig Lustig schon mehrmals wiederholt. Doch die Zukunft sieht für Fans der Serie leider nicht erfreulich aus. Wie uns das Schweizer Fernsehen auf Nachfrage mitteilte, werden noch bis 10. Februar 2007 eigenproduzierte Sitcoms freitagabends ausgestrahlt, danach sei definitiv Schluss. Ab Ostern 2007 folgt ein neues Format mit dem Titel "SF bi dä Lüüt". Die Redaktion Sitcom wird aufgelöst. Aber für die ferne Zukunft besteht Hoffnung: "Doch ich bin überzeugt, dass der Ruf aus dem Schweizer Publikum nach den so bekannten Geschichten rund um Fascht e Familie, ManneZimmer, Fertig lustig und vielleicht auch Schöni Uussichte (nur 26 Episoden) nie ganz verhallen wird. Bestimmt werden diese daher irgendwann wiederholt.", so eine SF-Mitarbeiterin gegenüber Schweizwochen.de.

Links zum Thema:
http://www.erichvock.ch - die offizielle Homepage von Erich Vock

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