Liebe und andere Unfälle (Schweizer Film)

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Kategorie: Vorschau
Veröffentlicht am Montag, 23. April 2012 Geschrieben von Oliver Schäfer

Regie: Tom Gerber
Darsteller: Lea Hadorn, Beat Marti, Hedi Maria Glössner, Nino de Perrot, u.a.
Ausstrahlung: Sonntag, 29. April 2012, 20.05 Uhr, SF 1

Banker Philipp (Beat Marti) weiß nicht, wie ihm geschieht. Tierärztin Anna (Mitte: Susanne Kunz) und Bäuerin Marie (Lea Hadorn) nützen die Gunst der Stunde. (©SRF/ Nikkol Rot)

Als alleinerziehende Mutter hat man es nicht leicht. Erst recht nicht, wenn man neben dem Sohn auch noch einen ganzen Bauernhof zu versorgen hat. Diese Erfahrung muss Marie (gespielt von Lea Hadorn) machen, deren Hof seit dem Tod ihres Mannes nur noch rote Zahlen schreibt. Ihre Mutter ist der Meinung, Marie bräuchte dringend wieder einen Mann. In diesem Moment wechselt die Szenerie des Filmes und der Zuschauer lernt den jungen und genauso arrogant wie erfolgreichen Banker Philipp (Beat Marti) kennen. Er arbeitet gerade für die Bank, die Marie seit Monaten Mahnungen schickt - die ihre Mutter jedoch alle abfängt und versteckt. Schon in den ersten Minuten wird klar, in welche Richtung sich der Film entwickeln wird...

Es kommt wie es kommen muss: Banker Philipp erscheint eines Tages auf dem Hof der vaterlosen Familie um dessen Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Dass dessen Ergebnis schon lange feststeht, bevor er den ersten Fuß auf den Hof setzt, ahnt Marie nicht. Philipp hat das Grundstück, auf welchem der Hof steht, bereits einem wohlhabenden Kunden der Bank versprochen, der auf dem Gelände einen Golfplatz errichten will. Marie erhält eine nicht einzuhaltende Frist die Schulden zu bezahlen, sonst droht die Zwangsversteigerung ihres Hofs. Philipp braust mit seinem Sportwagen davon, fährt in ein Schlagloch und verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug und sein Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, kann sich Philipp an nichts erinnern. Um ihren Hof zu retten beschließt Marie Philipp vorzuspielen, dass sie ein Ehepaar seien und er sich nur nicht mehr daran erinnern könne. Ihre Mutter und ihre Freundin Anna (Susanne Kunz) sind skeptisch, doch Marie sieht darin ihre einzige Chance. Und sobald der Hof wieder schwarze Zahlen schreibt will Marie der Lüge ein Ende machen und die unechte Ehe beenden, doch schon bald wird Philipp vermisst und die Polizei beginnt nach ihm zu suchen...

Natürlich kann man sich denken, wo das alles hinführt und so ist Liebe und andere Unfälle sicher nichts für Menschen, die Spannung und Nervenkitzel lieben. An keiner Stelle mag die Handlung auch nur ein wenig zu überraschen, trotzdem plätschert der Film 90 Minuten angenehm humorvoll, aber auch ohne ein übergroßes Humorfeuerwerk, vor Blase geplatzt: Banker Philipp (Beat Marti, zweiter von rechts) realisiert, dass seine Ehe mit Marie (Lea Hadorn, ganz rechts) nur gelogen und seine Familie (V.l.: Nino de Perrot, Maria Glössner, Andreas Matti) erfunden war. (© SRF/Nikkol Rot )sich hin. Das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern aus dem Schweizer Fernsehen macht Freude, auch wenn Susanne Kunz mit ihrer undankbaren Rolle als Tierärztin Anna nicht wirklich zeigen kann, ob sie nun wirklich schauspielern kann oder nicht. Glaubhafter und authentischer ist da schon die Rolle des Polizisten, verkörpert durch Andreas Matti, den man als Onkel Rolf aus Fascht e Familie kennt.

Liebe und andere Unfälle bietet 90 kurzweilige Minuten für einen amüsanten Fernsehabend, bleibt aber nicht in Erinnerung. Dazu fehlt der Handlung an Tiefgang und den Rollen an Markanz.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

Nebelgrind (Schweizer Film)

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Kategorie: Vorschau
Veröffentlicht am Dienstag, 03. April 2012 Geschrieben von Oliver Schäfer

Karli streikt: Martin Rapold als Jürg, Peter Freiburghaus als Vater Karli (© SRF/Nikkol Rot) Regie: Barbara Kulcsar
Darsteller: Martin Rapold, Peter Freiburghaus, Rebecca Idermaur, Elia Brülhart, Dominique Devenport, u.a.
Ausstrahlung: Sonntag, 15. April 2012, 20.05 Uhr, SF 1

Handlung:
Bauer Jürg (Martin Rapold) kann es nicht glauben: Seiner Frau Fränzi (Rebecca Indermaur) platzt der Kragen und sie überlässt ihm für zwei Wochen den Hof, die Kinder und vor allem seinen «vergesslichen» Vater Karli (Peter Freiburghaus). Bald wird Jürg bewusst, dass Fränzi Recht hatte und sein betagter Vater nicht einfach älter wird, sondern an Alzheimer erkrankt ist. Karli kann sich nicht mehr alleine anziehen, also bleibt er einfach im Pyjama. Er vergisst, dass er seiner Enkelin Toni (Dominique Devenport) erst gerade einen Batzen an ein neues Töffli gegeben hat, und mit Enkel Jonas (Elia Brühlhart) unternimmt er lange, nicht ungefährliche Ausflüge. Jürg steht vor der Herausforderung seines Lebens. Denn eines will er ganz sicher nicht: dass sein Vater in ein Heim gehen muss.
Der Vater gibt immer mehr ab und ist doch noch ganz unternehmungslustig. Der Sohn muss schmerzhaft lernen, was das heisst. Die berührende Geschichte über das Vergessen haben die Autorinnen Josy Meier und Eveline Stähelin geschrieben. Die beiden haben zuletzt das Drehbuch zu «Heldin der Lüfte» zusammen verfasst.
Martin Rapold, der bereits in «Lücken im Gesetz» und «Oeschenen» einen Bauer spielte, steht als Jürg vor der Kamera von Pierre Mennel («Die Standesbeamtin»). Erstmals in einem Film zu sehen ist Peter Freiburghaus als Karli. Der Schauspieler ist bekannt aus seinen Bühnenauftritten mit dem Duo Fischbach.
Die Regisseurin Barbara Kulcsar hat vor zwei Jahren für ihren Erstling «Zu Zweit» den Zürcher Filmpreis gewonnen. Es ist ihre erste Arbeit für Schweizer Radio und Fernsehen. Den SF Schweizer Film «Nebelgrind» hat die Luzerner Produktionsfirma Zodiac (Reto Schaerli, Lukas Hobi) produziert.

Quelle: Schweizer Fernsehen und Radio (SFR)


Das Urteil der Redaktion:

Nebelgrind ist mit Sicherheit kein besonders spannender Film. Die Handlung wird langsam und ohne große Action vorangetrieben und erzählt und wartet mit keinen Überraschungen auf. Trotzdem ist Nebelgrind ein guter und sehenswerter Film. Die Darsteller, insbesondere Peter Freiburghaus als Vater Karli, füllen ihre Rollen aus und spielen diese sehr glaubhaft. Der Film verdeutlicht auf realistische Weise, mit welchen Problemen Familien zu kämpfen haben, in denen ein Mitglied an Demenz erkrankt wird und wie fließend die Übergänge von normaler Altersvergesslichkeit zu einer Alzheimer-Demenz sind.

Bewertung: 3,5 von 5 Sternen

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